Nun bin ich also im Oman angekommen :-P
...und ich habe auch schon ziemlich viel gemacht, eigentlich bin ich den ganzen Tag von Morgens bis Abends irgendwo unterwegs.
Benzin ist tatsächlich ungefähr so billig wie Wasser (knappe
20 Cent/l). Deshalb fahren auch alle überall mit dem Auto hin. Die Entfernungen sind alle riesig. In die Altstadt braucht man von der Uni aus, auf der Autobahn ca. 45min.
Alle Leute sind äußerst freundlich und hilfsbereit. Das Verhalten
wirkt nicht aufgesetzt sondern ganz ehrlich. Vor allem auch in der Uni hat man
immer Zeit für einen kurzen Plausch und man kommt sofort mit Omanis in Kontakt,
weil sie sehr interessiert sind, was wir hier machen. Dazu kommt noch, dass
Deutschland hier einen sehr hohen Stellenwert hat. Mir war es fast etwas unangenehm,
dass in der Einführungsveranstaltung eine halbe Stunde nur darüber geschwärmt
wurde, wie unglaublich toll Deutschland sei, mit unserer Pünktlichkeit, unserer
Organisation und unseren Fähigkeiten zum Maschinenbau etc. Die Uni selber ist komplett neu, das Gebäude existiert erst seit einem Jahr und sieht dementsprechend beeindruckend aus!
| Meine Uni |
Es gibt hier eine krasse 3 Klassen Gesellschaft. Zum einen
gibt es die Omanis, die einzigen die das traditionelle Gewand, die dischdascha
tragen dürfen.
Danach kommen die Ausländer die hier eine höhere Aufgabe haben,
also arbeiten, Urlaub machen oder eben studieren.
Drittens und ganz unten
stehen Gastarbeiter aus Asien, die hier ausgenutzt werden, wie ich es noch
nicht gesehen habe. Deren Jobs reichen vom Putzen (Unsere Uni wird von etwa 5
Arbeitern dauerhaft gewischt und poliert) über Supermarkt-Einkäufe in Plastiktüten packen bis
hin zum Erneuern von Straßenmarkierungen, mit einem Pinsel, mitten im rasenden
Verkehr. Die Einheimischen sind unverhohlen rassistisch gegenüber
Gastarbeitern und verachten diese Menschen ganz offen. Ein Bericht über Arbeit
unter sklavenhaften Bedingungen in Katar, der vor kurzem bei tagesschau.de veröffentlicht wurde, beschreibt die Situation, wie sie hier auch im Oman ist, glaube
ich ganz gut.
Außerdem ist das Land eine riesige Baustelle, überall werden Straßen, Brücken und Häuser hochgezogen, in einem Tempo, was verhindert, dass es gute aktuelle Karten für dieses Land gibt. Vor 40 Jahren gab es lediglich 10 km Straße. Laut Wikipedia waren es 2005 bereits 32.000 km. Google hat darauf reagiert und hat die Google Maps Bearbeitung für jeden freigeschaltet.
| So siehts hier landschaftlich aus, hinten links steht die GUtech |
Insgesamt sind wir hier über 30 deutsche Studenten
(größtenteils aus Aachen) die an der Uni arbeiten oder studieren. Dazu kommt
nochmal eine große Anzahl an deutschem Personal, von daher spreche ich bisher
mehr Deutsch als Englisch, aber ich denke und hoffe, das wird sich, mit dem
Start des Semesters, diese Woche noch ändern.
Nicht zu vergessen, dass es hier ziemlich heiß ist. Mittags
liegt die gefühlte Temperatur bei über 40°C und nachts ist es unglaublich
schwül. Man ist draußen also eigentlich immer am Schwitzen und das obwohl der
Sommer schon vorbei ist, wo es wirklich lebensfeindlich ist nicht in
klimatisierten Räumen zu leben.
Alles in allem finde ich es unglaublich spannend hier zu sein und freue mich auf die nächsten Monate, bzw zunächst einmal auf die nächsten Tage, wo ich meine ganzen Kommilitonen kennen lernen werde :-)
Liebe Grüße
Malte
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